Birte Kulms - Beckenrand - Íl auf 30x40 Pappe
 

Schwimmbäder zeigen die Bilder von Birte Kulms nur auf den ersten Blick. Helle, lichtdurchflutete, einfache Räume sehen wir, da wo sonst der feste Grund ist, blicken wir auf eine Wasseroberfläche, durch die wir nicht hindurch sehen können.
Auf unserer Seite der Wasseroberfläche sehen wir eine Dingwelt, wie beispielsweise die Kunststoffkugeln, die im Schwimmbad verschiedene Tiefen und Bahnen markieren. Wir sehen eine Schwimmerin im Wasser, die ihrerseits in den Bereich schaut, der uns verborgen bleibt.

Das Wasser, Urgrund des Lebens, vertraut und fremd zugleich, umgibt die Menschen auf den Bildern, die gleichsam abtauchen in eine transzendente Welt. So wird das Wasser in dieser Darstellung zum doppelten Sinnbild: Sinnbild auf das undurchdringliche, geheimnisvolle Wesen des gemalten Bildes, in dem die Zeit der Welt über die Dauer des Malprozesses und die in ihn eingehenden Gedanken fixiert wird und für alle anderen Zeiten versiegelt ist.
Es ist aber auch das Spiegelbild zur diesseitigen Wirklichkeit, Wasser als Urgrund, aus dem alles Leben entstanden ist, erinnert uns an diesen Ursprung. Diese Erinnerung, die uns durch die Malerei gegenwärtig wird, ist es, die uns unser Sein erst bewußt macht.

 
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(Text: Armin Baumgarten im März 2003)

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